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BOLD THE MAGAZINE No.55

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EXKLUSIV IM INTERVIEW: KATE WINSLET | „NO TIME TO DIE“ DANIEL CRAIG EXKLUSIV IM GESPRÄCH | PORSCHES STARKE FRAUEN IM TENNIS | SHE MOVES US: PROFIBOXERIN NINA MEINKE IM INTERVIEW | ON THE TRAIL OF JAMES BOND: MIT ASTON MARTIN ÜBER DIE ALPEN | TOM ODELL | CLAUDIA SCHIFFER: MODEFOTOGRAFIE DER 90IGER

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46 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / TOM ODELL denen Sie über viele Jahre litten. Warum haben Sie entschieden, dieses persönliche Thema öffentlich zu machen? Das war keine bewusste Entscheidung. Ich kam vielmehr an einen Punkt, an dem meine psychischen Probleme schädlich für mein Leben und meine Karriere wurden. Ich konnte sie nicht länger ignorieren, sie überschatteten alles. Das ging so weit, dass ich mich fragte, ob ich meinen Job überhaupt noch machen kann. Doch dann fing ich an, darüber zu schreiben, und das gab mir viel Energie – so voller Antrieb war ich lange nicht. Erst schrieb ich über meine Panikattacken, anschließend begann ich über andere Themen zu schreiben, von denen ich früher immer dachte, sie seien tabu für mich. Die Tatsache, dass ich mich mit dem größten Monster von allen beschäftigt hatte, erlaubte mir, mich den Dingen zu widmen, die in meinen Augen zu meinen Angstzuständen beigetragen haben. Wann fingen Ihre Panikattacken an? Das ist schwer zu beantworten. Sobald man anfängt, mit Fachleuten darüber zu sprechen, erkennt man, dass viele Dinge, von denen man dachte, sie würden nun mal zur eigenen Persönlichkeit gehören, Namen haben: Ständig Angst zu haben, nicht schlafen zu können, sich nach gesellschaftlichen Treffen erschöpft zu fühlen – all das kenne ich, seit ich Teenager bin. Die richtigen Panikattacken fingen dann an, als ich 27 war, also vor drei Jahren. Ganz plötzlich und aus dem Nichts. Ich war gerade in München, um mein drittes Album „Jubilee Road“ zu promoten, als ich die erste große Panikattacke hatte. Ich landete damals im Krankenhaus, weil ich dachte, dass ich einen Herzinfarkt hatte. Das klingt schrecklich. Es war sehr angsteinflößend und ab da wurde es immer schlimmer, weil ich mich lange nicht damit auseinandergesetzt habe. Statt eine Pause zu machen und mir einzugestehen, dass es ernst ist, ging ich auf Tour und arbeitete weiter. Als ich dann anfing, „Monsters“ zu schreiben, erreichte ich den Tiefpunkt. Ich war komplett gelähmt. Aber: Mir geht es jetzt viel besser, und ich bin nicht traurig, dass ich das durchlebt habe, sondern fühle ich mich dadurch sehr ermutigt. Was hat Ihnen geholfen? Ich habe meiner Freundin Georgie viel zu verdanken. Als wir uns trafen, hatten wir beide eine schwierige Zeit und halfen einander sehr. Endlich mal eine Pause einzulegen hat ebenfalls geholfen, außerdem mache ich Yoga und Meditation. Und mehr Spaziergänge zu machen, einfach mal Ruhe einkehren zu lassen, tat gut. Ich liebe es, in der Natur zu sein. Ich weiß noch, dass meine Eltern immer spazieren gingen, als ich Teenager war, und ich damals dachte: Warum gehen sie so viel spazieren und wo gehen sie hin (lacht)? Jetzt verstehe ich es! Haben Sie sich je gefragt, woher Ihre psychischen Probleme denn eigentlich kamen? Am Anfang schon, ja. Warum habe ich das und was ist das überhaupt? Aber dann erkannte ich, dass ich nicht alleine bin. Seit ich öffentlich darüber gesprochen habe, habe ich mich sowohl online als auch persönlich mit so vielen Menschen darüber unterhalten. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen, jung wie alt, damit zu kämpfen haben. Haben Sie dafür eine Erklärung? Ich glaube nicht, dass es unser Geist ist, der kaputt ist, sondern die Welt, in der wir leben. Zu behaupten, dass heute bloß mehr darüber gesprochen wird, halte ich für zynisch. Und ich bin mir sicher, dass es nicht stimmt. Es liegt eher daran, wie wir heute leben und wie die Welt funktioniert. Natürlich gab es immer Ungleichheit, Korruption und eine Art Zerrissenheit – aber ich glaube, es war nie so sichtbar wie heute. Uns werden so viele Informationen vorgesetzt und verkauft, die sozialen und alle anderen Medien schreien förmlich auf uns ein. Ich glaube, die Welt hat sich noch nie so überwältigend angefühlt. Und psychische Krankheiten sind symptomatisch für eine kaputte Welt. Ein Thema, das Sie auf Ihrem Album ansprechen, ist eine toxische Männlichkeit … Ich denke, es ist offensichtlich, dass wir ein Männlichkeitsproblem haben. So viele

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