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BOLD THE MAGAZINE No.56

EXKLUSIV IM INTERVIEW: ADRIEN BRODY | WIE EIN PHÖNIX AUS DER ASCHE: SINGER-SONGWRITERIN NATALIE IMBRUGLIA | MEGATREND INDIVIDUALISIERUNG | DISPLACED: OLIVIER C. MÉRIEL | LAND ROVER DESIGN DIREKTOR ANDY WHEEL IM GESPRÄCH | „THE PORSCHE JUMP“

INTERVIEW / NATALIE

INTERVIEW / NATALIE IMBRUGLIA BOLD THE MAGAZINE // 29 soll, aber er ließ nicht locker. Bevor ich mich versah, saß ich in einem Meeting mit einer Plattenfirma, und mir wurde ein Vertrag angeboten. Der große Durchbruch in Hollywood war in meinen zwei Jahren Los Angeles ja ausgeblieben (lacht) – also unterschrieb ich. Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Als ich 2015 dann das Coveralbum „Male“ aufnahm und damit auf Tour ging, hat das die Verbindung zu meinen Fans und meine Liebe zum Singen wieder entfacht. So habe ich die Angst, mich auszudrücken, überwunden. Sie hatten also richtig Angst? Ich würde es Terror nennen. Einmal war ich zu einer Songwriting-Session verabredet und bekam den Mund nicht auf. Wenn ich daran zurückdenke, ist es verrückt, dass ich vor Angst so gelähmt war. Ich war ja noch dieselbe Person mit denselben Fähigkeiten. Aber ich hatte den Glauben an mich verloren. Es ist ein tolles Gefühl, nach dieser langen Phase der Schreibblockade jetzt wieder kreativ zu sein – und ich hoffe, dass ich anderen Menschen in einer ähnlichen Situation mit meiner Geschichte Mut machen kann. Wie ist „Firebird“ entstanden? schreiben. Ich hatte aber zu viel Angst, also sagte ich immer nur „jaja“. Als ich mein Selbstbewusstsein wiedergefunden hatte, nahm ich Kontakt auf. Lassen Sie uns über ein paar Songs sprechen. In denen es darum geht, immer wieder das Herz gebrochen zu bekommen ... So würde ich es nicht beschreiben. In „When You Love Too Much“ geht es zum Beispiel eher darum, die Person zu sein, die immer lieben wird – selbst wenn diese Liebe manchmal nicht erwidert wird. Ich finde es schön, diese Person zu sein. Natürlich beinhaltet das auch Liebeskummer, aber das gehört eben dazu. Ich habe in meinem Leben große Enttäuschungen durchlebt, während ich versuchte, ein Ideal zu erreichen, das die Gesellschaft von einem erwartet: Einen Ehemann zu finden, sesshaft zu werden, Kinder zu kriegen usw. Ich dachte lange, dass ich ohne dieses traditionelle Set-Up nicht glücklich bin und versuchte, eine Leere zu füllen. Aber manchmal hat das Leben etwas anderes für einen in petto. Ich musste all diese Probleme und Sorgen durchmachen, um zu erkennen, dass es mir an nichts fehlt. Darum geht es beispielsweise auch in „Nothing Missing“. gelassen haben. Aber wenn es einem selbst passiert (Scheidung mit über 30), denkt man anders. Für mich zumindest war dieser Druck definitiv da. Das sind einfach die sozialen Konstrukte, mit denen wir aufwachsen, und unterbewusst ist es das, wonach wir suchen. Vor allem als Frau mit einer biologischen Uhr, die immer lauter tickt. Aber jeder sollte so leben dürfen, wie er oder sie glücklich ist. Sie sind 2019 Mutter geworden – mit Hilfe eines Samenspenders, wie Sie auf Instagram bekannt gaben ... Ich habe das Statement damals veröffentlicht, weil ich weitere Fragen der Presse vermeiden wollte. Ich bin sehr beschützend was meinen Sohn betrifft. In dem Statement stand drin, was ich gemacht habe, und damit ist das Thema für mich durch. Es ist zwar toll, wenn ich anderen Menschen in der gleichen Situation damit helfe, aber es war nicht meine Intention, ein Vorreiter zu sein. Ich wollte einfach meine Ruhe haben (lacht). Ich bin aber gerne bereit darüber zu sprechen, wie es ist, Mutter zu sein. Dann tun wir das. Sie haben es als die beste Entscheidung beschrieben. Warum? Ich hatte einige unglaubliche Kollaborateure. Romeo Studdard von The Magic Numbers zum Beispiel, von denen ich großer Fan bin, und KT Tunstall. Ich liebe ihre Musik. Den Song „Maybe It’s Great“ schrieb ich mit Albert Hammond Jr. von The Strokes. Wir kennen uns seit Jahren und er meinte schon oft, wir müssten mal einen Song zusammen Finden Sie, dass einem in unserer Gesellschaft nach wie vor suggeriert wird, dieses traditionelle Set-Up sei das Non plus ultra? Wenn man die Allgemeinheit fragen würde, würden die meisten wahrscheinlich mit nein antworten und sagen, dass wir das hinter uns Weil ich es liebe, Mutter zu sein. Ich wollte immer ein Kind haben, seit ich ein kleines Mädchen bin. Manche Leute haben dieses Bedürfnis nicht, und das ist okay, aber bei mir war dieses Verlangen sehr stark. So stark, dass ich es nicht einfach loslassen oder überwinden konnte. Jetzt, als Mutter, fühle ich mich komplett. Es ist so toll, das Leben

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