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BOLD THE MAGAZINE No.61

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EXKLUSIV IM INTERVIEW: EDDIE REDMAYNE | JOY CROOKES EXKLUSIV IM GESPRÄCH | GUCCI VALIGERIA MIT RYAN GOSLING | SHORT TIME IN PERTH | JOHANNES OERDING ÜBER SEIN NEUES ALBUM | WARUM ASTON MARTIN SICH NEU AUFSTELLT | POP ART MEETS STREET ART

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42 // BOLD THE MAGAZINE INTERVIEW / JOHANNES OERDING Sie singen in dem Song davon, wie ähnlich Sie ihm sind. Was haben Sie gemeinsam? Mein Vater ist, genau wie ich, sehr impulsiv und hat schnell Ideen. Dann heißt es: Lass uns das machen, das wird doch kein Problem sein – und wenn es ein Problem gibt, wird das gelöst. Dass man dafür dann oft andere Leute braucht, ist was anderes. (lacht) Aber die Vision ist da! Mein Vater kann Leute auch sehr gut überzeugen. Er hat bei uns die Pfadfinder gegründet, und wenn er Sponsoren brauchte, hat er vom Metzger über den Bäcker bis zum Baumarkt das ganze Dorf abgeklappert und ist nicht eher vom Hof, bis die gespendet haben. Diese Überzeugungsarbeit kann ich auch ganz gut leisten. Darüber hinaus fallen mir ganz viele Kleinigkeiten ein. Strenge zum Beispiel: Wenn ich etwas mache, das mir wichtig ist, will ich, dass alle vernünftig arbeiten. Und es gibt natürlich auch peinliche Eigenschaften, wo ich mich bis heute fremdschäme, wenn mein Vater so ist, die ich dann aber doch auch in mir entdecke. Nicht nur Ihrem Vater machen Sie auf dem Album Liebeserklärungen. „Ecke Schmilinsky“ handelt vom Kennenlernen Ihrer Freundin Ina Müller, oder? Ja, das kann man so sagen. Im Grunde ist es einfach ein schöner Rückblick auf eine Zeit, wie sie mal war und nie wieder sein kann. Dieser erste Moment in einer Beziehung, an den man sich gern zurückerinnert und manchmal vielleicht auch erinnern muss. Der Song ist auch musikalisch back to the roots – wie ich gesungen und ihn komponiert habe. Er ist sehr soulig, so wie am Anfang meiner Karriere. Deswegen ist er so rund geworden – weil er einfach so echt ist. Sie haben Ihre Beziehung lange geheim gehalten. Können Sie sich heute besser öffnen und über so etwas singen? Ich kann da sehr gut drüber singen und das auch aufschreiben – aber ich merke jetzt schon, dass ich da eigentlich gar nicht so viel darüber erzählen will. Da kommen drei Sachen zusammen: Zum einen spreche ich nicht so gern über Privates und versuche seit 17 Jahren, das aus meinem beruflichen Leben möglichst rauszuhalten. Zum anderen bin ich da eben wie mein Vater und spreche über Gefühle nicht so gern. Und das Dritte ist, dass man bei solchen Songs ja über eine dritte Person spricht, und ich fühle mich nicht wohl dabei, über Menschen zu reden, die nicht dabei sind – vor allem, wenn ich weiß, dass die ähnlich ticken und nicht gern Privates raushauen. Dann lassen Sie uns noch über einen weniger privaten Songs sprechen: In „Was wäre wenn“ geht es darum, nicht bloß zu reden, sondern auch zu handeln – und schon auf Ihrem letzten Album haben Sie sich politisch gezeigt. Wie wichtig ist Ihnen Haltung? Das ist mir total wichtig geworden, weil ich merke, dass sich ein Künstlerprofil über die Jahre nur hält, wenn man auch diese Dinge von sich preisgibt. Wenn die Leute wissen: Wofür steht der Mann eigentlich? Das mache ich deshalb oft in Interviews klar. Bei diesem Song ging es aber auch darum, mich selbst mal wieder daran zu erinnern, worauf es ankommt. Deshalb beziehe ich mich in das große „Wir“ mit ein. Ich philosophiere gerne darüber, was man machen müsste und was andere da draußen alles kaputt machen. Aber natürlich lebe ich selbst hier und da sehr paradox und müsste in meinem Rahmen vielleicht mal wieder viel mehr machen. Wann hatten Sie das letzte Mal ein schlechtes Gewissen? Das ist noch gar nicht so lange her, da habe ich Schuhe bestellt, die passten mir nicht, und anstatt sie zurückzuschicken, habe ich sie weggeschmissen. Das ist total asozial und dekadent, aber der Aufwand, sie wieder einzupacken und wegzuschicken – da hatte ich in dem Moment keinen Bock drauf. Da muss ich in jedem Fall noch an mir arbeiten. „Kaleidoskop“ ist auch so ein Song: In den Strophen habe ich ein Problem, aber im Refrain wird es gelöst. Da geht die Sonne auf und es gibt ein Happy End. Das ist eigentlich immer mein Gefühl. Am Ende des Tages bin ich einfach jemand, der positiv denkt und der eher ein halb volles Glas hat als ein halb leeres. WEITERE INFORMATIONEN: www.johannesoerding.de @johannesoerding

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