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BOLD TRAVEL No.09

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TROPISCHER INSELGARTEN: SANSIBAR | ISTRIEN | TRAUMINSEL: MAURITIUS | KUNST UND COWBOYS: TEXAS | IM GESPRÄCH: LEWIS HAMILTON | INTERVIEW: NOOMI RAPACE

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48 | BOLD TRAVEL SPECIAL ERDÖL, KUNST UND COWBOYS | TEXAS Spiel zwischen Texas und Oklahoma wird als Hauptattraktion des Festes beworben. Rings um das Stadion gigantische Achterbahnen, Kettenkarussells, sogar eine Raupe aus Düsseldorf und andere riesige Adrenalinschocker, bei deren Anblick allein sich mir der Magen rumdreht, Wurf- und Schießbuden, Imbisse und Biergärten, das kennen wir alles aus Europa. Doch dieses Volksfest unterscheidet sich nicht nur durch das Footballmatch im Zentrum des Geschehens von Rummelplätzen auf dem alten Kontinent, sondern durch einen Kommerz, der weit über das Angebot von großen Jahrmärkten in Deutschland hinausgeht. Hier werden über das Vergnügen an rasanten Wildwasserbahnfahrten, pinkfarbener Zuckerwatte und lasierten, granatapfelfarbigen Paradiesäpfeln hinaus Einzelhandelsgeschäfte gemacht wie in einem überdimensionierten Kaufhaus. In riesigen Zelten stehen hier keine Bänke und Tische, sondern Whirlpools, Wasserbetten und Nähmaschinen, und auf Freigeländen kleinere landwirtschaftliche Maschinen. Auch der Patriotismus ist allgegenwärtig. Eine rund 20 Meter hohe Cowboy-Figur mit Stiefeln, Blue-Jeans und Hemd lächelt die Besucherscharen an. Neben Rondellen, in den Polizisten über das Treiben wachen, hängen Transparente mit Namen und Porträts von Kollegen, die im Einsatz zum Schutz der Bürger ihr Leben verloren haben. Am nächsten Tag folge ich dem Rat der charmanten Dame von Dallas Tourism und fahre mit dem Auto zum Art District. Erste Station ist das Nasher Sculpture Center mit rund dreihundert Meisterwerken von Künstlern wie de Kooning, Giacometti, Matisse, Miro, Picasso, Serra und vielen anderen in einem Skulpturenpark, entworfen vom Landschaftsarchitekten Peter Walker, und dem lichtdurchfluteten Gebäude von Stararchitekt Renzo Piano. Mehr Kunst aufzunehmen als eine Ausstellung an einem Tag überfordert gewöhnlich meine Sinne, dennoch gehe ich ins Dallas Museum of Art, dessen Sammlung von mehr als 22.000 Werken, die eine Zeitspanne von 5.000 Jahren umfassen, in wechselnden Expositionen präsentiert wird. Ich konzentriere mich auf die Abteilung für zeitgenössische Kunst des zehntgrößten Museums der USA, aber es ist einfach zu viel des Guten. Das Gepäck ist schon im Kofferraum, ich fahre nach Fort Worth, checke auch dort in einem Haus der Kette Omni ein, dem Omni Fort Worth Hotel. Weniger schick, weniger glamourös, aber typisch US-amerikanisch, mit einer Burger-Bar im Foyer, irgendwie cool, mindestens 20 Sorten Craft-Bier auf der Getränkekarte, und nach zwei Kostproben nehme ich mir ein Taxi und lass mich zum Cooper´s Old Time BBQ chauffieren, das mir der Concierge empfohlen hat: „Go there and enjoy, great steaks, great place." Das Steakhouse sieht wie die Kantine einer großen Fabrik aus. Ich reihe mich in eine Schlange ein, lese die zwei Meter hohe Speisekarte, blicke auf eine lange Grillküche, so 20 Meter auf jeder Seite, erlebe Köche, die sich gegenseitig anblaffen, einer von ihnen gibt mir zu verstehen, ich solle meine Wahl treffen, die Schlange sei lang, und ich zeige einfach auf eins der Steaks, bitte ihn um ein Stück davon, aber er legt mir das ganze Steak auf den Teller, das fast über den Rand hinausragt, und mein Hintermann stupst mich mit seinem Bauch von Bierfassgröße laut lachend weiter, die ölige Papierrechnung auf dem Tablett, kaum zu glauben, wie günstig, den Salat stelle ich mir an einer anderen Stelle selbst zusammen, viele Dressings zur Auswahl, und zapfe mir ein Bier, bezahle, gehe nach draußen, setze mich an irgendeinen Tisch, der noch einen freien Platz hat, mindestens 200 Gäste säbeln hier an ihren Steaks, das beste Steak, das ich je hatte, medium-rare, saftig, ohne Sehnen, exzellent gewürzt, wie von Künstlerhand marmoriert, beste Qualität, an einem lauen Spätfrühlingsabend, die glitzernden Lichter der Skyline von Fort Worth vor mir. Am nächsten Morgen besuche ich den Cultural District, eine Museumslandschaft in einem parkähnlichen Areal. Das Kimbell Art Museum gilt als „Amerikas bestes kleines Museum“, welches das erste Gemälde von Michelangelo beherbergt, außerdem Meisterwerke von El Greco, Cezanne, Picasso, Rembrandt und Matisse. Das Haus, das der amerikanische Architekt Louis Kahn entworfen hat, wurde 2013 um den lichtdurchfluteten Pavillon von Renzo Piano ergänzt. Das wenige Minuten entfernte Modern Art Museum ist eines der Meisterwerke des japanischen Architekten Tadao Ando. Das Haus ist von einer großen Rasenfläche umgeben, mit Wasserbecken und sich zueinander neigenden Bäumen aus Chrom, die im Sonnenlicht grelle Blitzlichter abgeben. Die ständige Sammlung umfasst europäische und US-amerikanische Werke seit 1920 - von Künstlern wie Francis Bacon, Anselm Kiefer, Pablo Picasso, Jackson Pollock, Mark Rothko, Cindy Sherman und Andy Warhol. Das National Cowgirl Museum dokumentiert die Rolle der weißen Frau im Wilden Westen. Kleidung und Arbeits-

ERDÖL, KUNST UND COWBOYS | TEXAS BOLD TRAVEL SPECIAL | 49

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