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THE BOLD JOURNAL No.3

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BASEL SPECIAL 48 STUNDEN BASEL | BEST PLACES | DIE ÄLTESTE ÖFFENTLICHE KUNSTSAMMLUNG DER WELT: KUNSTMUSEUM BASEL | MUSEUM FÜR MODERNE UND ZEITGENÖSSISCHE KUNST: FONDATION BEYELER

16 THE

16 THE BOLD JOURNAL Den historischen Kern der Sammlung bildet das Kabinett des Basler Sammlers Basilius Amerbach. 1661 wurde es von der Stadt und der Universität gekauft und von 1671 an der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Sammlung des Kunstmuseums Basel gilt daher als die älteste öffentliche Kunstsammlung eines Gemeinwesens. Die oberrheinische Renaissance ist mit der weltweit größten Sammlung von Arbeiten der Holbein-Familie sowie mit bedeutenden Werken von Konrad Witz, Martin Schongauer, Lucas Cranach dem Älteren, Matthias Grünewald und anderen vertreten. Einen Glanzpunkt im 19. Jahrhundert stellen umfangreiche Gruppen von Gemälden Arnold Böcklins und Ferdinand Hodlers dar sowie herausragende Werke von Claude Monet, Camille Pissarro und Vincent van Gogh. Bei der Kunst des 20. Jahrhunderts liegen die Hauptgewichte auf dem Kubismus (Pablo Picasso, Georges Braque, Fernand Léger), dem deutschen Expressionismus (Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Paul Klee, Oskar Kokoschka), dem Abstrakten Expressionismus (Mark Rothko, Barnett Newman, Clyfford Still, Franz Kline) und amerikanischer Kunst seit 1960 (Andy Warhol, Jasper Johns, Frank Stella, Donald Judd, Cy Twombly). Aus den letzten Jahrzehnten schließen sich wichtige Werkgruppen von Künstlern wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, On Kawara, Louise Lawler, Simon Starling, Ólafur Elíasson, Rosemarie Trockel, Pierre Huyghe und Gabriel Orozco an. Das stetige Wachstum der Sammlung und der Wunsch nach jeweils zeitgemäßer Präsentation machten über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich, zuletzt 1936 in den heutigen Hauptbau am St. Alban-Graben. Er wurde nach einer langen Planungsphase im selben Jahr eingeweiht. Vorausgegangen war eine intensive öffentliche Auseinandersetzung um die Architektur. Beteiligt waren sowohl Verfechter der Moderne als auch Vertreter traditioneller Baurichtungen. Den Zuschlag erhielt der Basler Rudolf Christ, zusammen mit dem Stuttgarter Paul Bonatz. Ihr Architekturverständnis wurde als konservative Moderne bezeichnet. Bonatz galt als entschiedener Gegner des Neuen Bauens und vertrat eine dezidiert rechtskonservative Haltung. Die Anregungen für den Basler Museumsbau bezogen Christ und Bonatz vor allem aus der oberitalienischen Architektur. Sowohl historische Bauten wie der Palazzo Ducale in Mantua als auch zeitgenössische Architektur des Novecento Italiano wie Marcello Piacentinis Torre della Vittoria in Brescia waren vorbildhaft. Inzwischen ist ein weiteres Haus hinzugekommen: Gegenüber dem Hauptbau – und unterirdisch mit diesem verbunden – ist ein Neubau entstanden, in dem sowohl Sonderausstellungen als auch Sammlungspräsentationen gezeigt werden. Zugleich hat die Stadt Basel mit dem vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein entworfenen Gebäude ein weiteres bauliches Highlight hinzugewonnen. Neubau und Altbau stehen sich nach dem typologischen Muster mittelalterlicher Mühlenpaare gegenüber und sind durch eine verglaste Passerelle miteinander verbunden. Die Spannungsfelder alt und neu, innen und aussen, wurden bewusst betont. Der alte Bau wurde weitgehend in seiner ursprünglichen Form belassen und auf seinen Charakter reduziert. Die Räumlichkeiten sind sachlich und zurückgenommen, so dass die Exponate hier ihre Wirkung bestens entfalten können. Öffnungszeiten Hauptbau und Neubau Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr Mittwoch 10–20 Uhr Montag geschlossen Öffnungszeiten Gegenwart Dienstag–Sonntag 11–18 Uhr Montag geschlossen Mehr Informationen: www.kunstmuseumbasel.ch BASEL.COM #LOVEBASEL

THE BOLD JOURNAL 17 Die Schweizerin Sophie Taeuber-Arp (1889 - 1943) war eine Pionierin der Abstraktion. In ihrem interdisziplinären Schaffen ebnete sie mit spielerischer Leichtigkeit die althergebrachten Grenzen zwischen Kunst und Leben ein. Die Experimentierfreude der Avantgarde-Zirkel von Zürich und Paris, denen sie angehörte, und ihre kunsthandwerkliche Ausbildung und Lehrtätigkeit verschmolzen zu einer gelebten, angewandten Abstraktion, mit der sie nahezu alle Lebensbereiche gestaltete. Bei ihrem tragischen Unfalltod 1943 umfasste ihr Œuvre Textilien wie Kissen und Tischdecken, Perlarbeiten, ein Marionettentheater, Kostüme, Wandmalerei, Möbel, Architektur, Grafikdesign, Malerei, Zeichnung, Skulptur und Reliefs. So unterschiedlich die von ihr verwendeten Materialien auch sind, ihre Formensprache ist klar und zugleich belebt: Im Zürcher Dada-Umfeld entdeckte Taeuber-Arp den Tanz als Ausdrucksmittel. Das heitere Spiel von Balance und Off-Balance blieb weit über diese Zeit hinaus ein wesentliches Merkmal ihrer Kunst und inspirierte auch ihre abstrakten Kompositionen. Die umfassende Retrospektive im Neubau des Kunstmuseum Basel Sophie stellt ihr Schaffen erstmals einer internationalen Öffentlichkeit vor. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum of Modern Art, New York, und der Tate, London. Zum ersten Mal zeigt Kara Walker hunderte von Zeichnungen, die sie in den letzten 27 Jahren im Atelier unter Verschluss gehalten hat. In der ersten umfassenden Soloausstellung auf Schweizer Boden präsentiert das Kupferstichkabinett diesen bisher nie gezeigten Korpus zusammen mit brandneuen Arbeiten der weltbekannten Amerikanerin. 1994 sorgte Walker mit wandfüllenden Scherenschnitten erstmals für Furore. Heute gehört sie zu den profiliertesten Positionen der USA. In provokativen und obszönen Szenen, die zugleich technisch raffiniert und ästhetisch ansprechend gemacht sind, nimmt sie Rassismus, Geschlecht, Sexualität und Gewalt in den Fokus – ohne Rücksicht auf politische Korrektheit. Dabei bezieht sie sich auf die Geschichte der USA von der Sklaverei bis zu Barack Obamas Präsidentschaft. Walker bietet keine Versöhnung mit der Vergangenheit an, sondern rüttelt an Geschichtsbildern und Mythen. Schonungslos macht sie bis heute anhaltende Konflikte sichtbar und thematisiert damit die Entstehung von kollektiver sowie der eigenen Identität. Die Ausstellung des Kunstmuseums Basel wurde in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und dem De Pont Museum in Tilburg (Niederlande) realisiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der das weitgefächerte zeichnerische Universum der Künstlerin erfahrbar macht. Gelebte Abstraktion 20. März bis 20. Juni 2021 Kara Walker 5. Juni bis 26. September 2021 #LOVEBASEL BASEL.COM

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